Das Handgeschriebene in einem Brief ist etwas zwischen zwei Menschen

Interview mit dem Fotografen Corwin von Kuhwede

Schreibst du noch mit der Hand?

Ja, ich schreibe hin und wieder mit der Hand.

Zu welchen Gelegenheiten machst du das?

Einerseits versuche ich meine Gedankenarbeit, die ich am Rechner habe, immer weiter zu reduzieren. Gerade, wenn ich Brainstormings machen, oder Ideen und Konzepte ausarbeiten will, ziehe ich mich immer öfter in den öffentlichen Raum zurück. Ich gehe dann in den Park oder setze mich in ein Café mit meinem Notizbuch. Und dann arbeite ich bestimmte Dinge handschriftlich heraus. Im Privaten schreibe ich aber auch noch Briefe. Erst vor wenigen Wochen habe ich einer meiner Nachbarinnen einen handschriftlichen Brief geschrieben.

Aber die wohnt doch neben dir. Wieso schreibst du ihr einen Brief?

Sie wohnt auf der Gegenseite des Hofes, also nicht in meinem Haus. Ich wollte gern Kontakt zu ihr aufnehmen, aber nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und direkt klingeln.

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Warten lernen

Wir haben uns so an die elektronische Kommunikation gewöhnt, dass wir meinen, ständig Rechenschaft ablegen zu müssen. Es ist jetzt schon ein paar Mal passiert, dass ich handgeschriebene Briefe als Bildnachricht geschickt bekomme - damit ich sie schneller lesen kann. Auch lustig ist, wenn mir jemand ein Foto von dem adressierten und frankierten Brief schickt. Ich selbst habe auch schon mal "Brief eingesteckt" als digitale Nachricht verschickt. Was ist das?

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Zur Entstehung der Gesellschaft

Die Idee, der Handschrift mehr Öffentlichkeit zu verschaffen, hatte ich schon vor einigen Jahren, doch es gab nie einen wirlkich ausschlaggebenden Punkt. Als ich am 1. Januar 2019 jedoch in einem Spielehaus saß, wusste ich, jetzt muss es geschehen. Allein an einem Tisch sitzend, den Lärm der Kinder um mich, der Geruch von Turnmatte in der Nase, das Rauschen der Espressomaschine in den Ohren, legte ich mein Telefon zur Seite, schob auch das Buch weit weg und schrieb einen Brief. "Hiermit gründe ich die Gesellschaft zum Erhalt der Handschrift" stand darin.

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Gesellschaft zum Erhalt der Handschrift